Kinderleicht

Frau Leitner hält nach langer Zeit wieder einen Vortag vor versammelter Mannschaft. Das muss doch mit links gehen, denkt sie sich. Am Tag des Vortrags merkt sie, dass sie eigentlich gar nicht so gut vorbereitet ist, sich recht unsicher fühlt und noch nicht so viel Erfahrung damit hat vor vielen Menschen zu sprechen. Nach dem Vortrag beschließt sie nie mehr in ihrem Leben einen Vortag zu halten und hält sich daran.

Kinder, vor allem im ersten Lebensjahr sind ständig damit konfrontiert etwas machen zu müssen, worauf sie noch gar nicht wirklich vorbereitet sind, etwas zu machen wo sie sich eigenlicht unsicher fühlen und noch nicht viel Erfahrung haben. Sie fallen dann auch auf die Nase, ABER sie machen trotzdem weiter.

Was sie treibt ist ihre Neugierde, was ihnen hilft, die Tatsache, dass sie noch keine negativen Stimmen in ihren Köpfen haben. Die ihnen sagen, dass sie nicht gut genug sind, dass sie es so und so nie schaffen werden irgendwann richtig gut darin zu sein, was ihnen fehlt ist die Angst.

Wären Babys gestrickt wie Erwachsene würden die meisten aufgrund von Misserfolgen und Ängsten niemals gehen und sprechen lernen. Wir haben unsere Erfahrungen und unsere Stimmen im Kopf, es ist trotzdem nie zu spät, wieder neugierig zu sein,  wieder weiterzumachen auch wenn es schwer fällt und vor allem wieder manches leichter zu nehmen.